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Franz Cziharz, Dietrich Ecker, Herbert Missoni und Jörg Wallmüller nennen sich
"TEAM A GRAZ" und repräsentieren seit drei Jahrzehnten so etwas wie die architektonische Konstante in der Stadt, gewissermaßen die qualitative Reverenzgröße, an der man sich misst. Schon in den sechziger Jahren führten sie ein leistungsfähiges Büro, das an vorderster Front der Architekturentwicklung überregional präsent war. Damals wurden auf wissenschaftlicher Basis "urbane Systeme" entwickelt, mit denen man Städte und Landschaften umzubauen trachtete. Großsiedlungen, Schulzentren und Universitäten entstanden nach Rasterplänen aus Fertigbausystemen. Das TEAM A GRAZ profilierte sich besonders im Schulbau und beschritt dort inzwischen den Weg vom Typenbau zurück zum individualisierten, die spezielle Aufgabe und den Genius loci berücksichtigenden Entwurf. Stilistisch und konzeptuell orientierte man sich im Unterschied zur übrigen Grazer Szene mehr an der internationalen Entwicklung, reflektierte in den achtziger Jahren gemäßigt postmoderne oder, insbesondere bei den Einfamilienhäusern, regionalistische Tendenzen, ließ sich später aber auch vom Geist der "Grazer Schule" inspirieren. Die Inspiration wurde umso breitwilliger aufgenommen, als die Grazer mit dem Niedergang der Postmoderne plötzlich auch international genau richtig lagen.
Die Bandbreite architektonischer Aussagen ist natürlich in den unterschiedlichen Charakteren der Team-Mitglieder begründet, wenn auch die Wettbewerbe zusammen erarbeitet werden und erst die Ausführung von einem Projektleiter übernommen wird. "Teamarbeit bringt viel Qualität mit sich, rasiert aber die Spitzen", sagen die Architekten; extreme Manifestationen, eine Position an der Spitze der Avantgarde, sind aus dem Büro nicht zu erwarten, dafür aber eine konzeptuell und gestalterisch auf hohem Niveau stabilisierte Haltung, die aber auch den zeitbedingten Entwicklungen Rechnung trägt.
Univ.-Doz. Dr.-Ing.(arch) Falk Jäger, Architekturkritiker (D), 1994
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